Über
den Autor
- 1813-1837, deutscher Autor
-
1831-1834 Studium naturwissenschaftlicher Fächer
- 1834 erscheint
sein "Hessischer Landbote", woraufhin er steckbrieflich gesucht
wird und nach Straßburg flieht
- 1836 erhält er die Dok- torwürde
der Universität Zürich und siedelt dorthin um
- starb an Typhus
Georg
Büchner
Woyzeck
Drama
"Woyzeck",
ein Drama von Georg Büchner (1813-1837), liegt uns nur als Fragment
vor. Der Autor, der es offenbar 1836/37 verfasste, konnte es leider
nicht mehr vollenden. Dennoch ist dieses Drama zweifellos wert gelesen
zu wer- den und sich mit ihm inhaltlich auseinanderzusetzen.
Woyzeck
ist Soldat, 30 Jahre, psychisch labil und hat mit Marie, mit der er allerdings
nicht verheiratet ist, ein Kind. Für den Lebensunterhalt sorgt
er, indem er seinen Sold weitestgehend ihr und dem Kind überlässt.
Zusätzlich hat er noch diverse Nebenjobs angenommen, z. B. als
Versuchskaninchen des Doktors, dass sich nur von Erbsen ernährt
und als Friseur und Laufbursche des Hauptmanns, um seine Geliebte und
das gemeinsame Kind über Wasser zu halten. Für ihn sind
Marie und der gemeinsame Sohn das Ein und Alles in der Welt - Lebenssinn
und -inhalt. Dabei nimmt er auch in Kauf, dass er von anderen, wie
dem Hauptmann oder dem Doktor, gedemütigt und erniedrigt
wird. Als Marie ihn aber mit dem Tambour- major betrügt, wodurch
er durch Intrigen anderer erfährt, bricht für ihn seine Welt
zusammen. Er wird zum Mörder.
Woyzeck, der Mörder - aber
ist er nur Täter oder ist er nicht auch oder sogar ausschliesslich
das Opfer? Eine Frage
die sich dem Leser beim Durchdenken des Stückes
stellt. Zumindest erging es mir so.
Das Stück hat Büchner
als offenes Drama gestaltet und in dem Sprachstil geschrieben, wie
Personen des jeweiligen Standes sich auch zu jener Zeit umgangssprachlich
ausdrückten. Leider wissen wir nicht, wie Büchner das Drama
fort- geführt hätte, aber: dies macht es auch interessant
und regt zum eigenen Weiterdenken an.
(Archiv)