Über
den Autor
- 1813-1837, deutscher Autor
-
1831-1834 Studium naturwissenschaftlicher Fächer
- 1834 erscheint
sein "Hessischer Landbote", woraufhin er steckbrieflich gesucht
wird und nach Straßburg flieht
- 1836 erhält er die Dok- torwürde
der Universität Zürich und siedelt dorthin um
- starb an Typhus
Georg
Büchner
Leonce
und Lena
Drama
Leonce, Sohn des Herrschers
des Königreiches Popo, der auf Geheiß seines Vaters
Prinzessin Lena, Tochter des Kö- nigs vom Reiche Pipi, heiraten
soll, langweilt sich. Außerdem ist er von der bevorstehenden
Heirat gar nicht begeistert. Deshalb will er weg. Valerio, ein Höfling,
schlägt ihm vor, dass sie Gelehrte, Helden, Genies oder gar "nützliche
Mitglie- der der Gesellschaft" werden könnten. Aber all dies
sagt Leonce nicht zu und er entscheidet sich dafür mit Valerio
nach Italien zu reisen. - Auch Lena ist nicht begeistert, dass sie jemanden
heiraten soll, den sie weder kennt noch liebt. Gemeinsam mit ihrer
Gouvernante flieht sie deshalb. - Nachdem Leonce und Valerio innerhalb
eines halben Tages be- reits ein Dutzend Fürstentümer, ein
halbes Dutzend Großherzogtümer und ein paar Königreiche
durchwandert haben, beschließen sie sich eine Bleibe zu suchen.
Auch Lena und ihre Gouvernante machen dort Station. Ohne von ihren
wah- ren Identitäten
zu wissen, verlieben sich Leonce und Lena ineinander. Leonce will Lena
heiraten. Gemeinsam mit Valerio plant er seinen Vater zu überlisten
..
"Leonce und Lena", aus dem Jahre 1836. ist, im Gegen-
satz zum tragischen Dramen-Fragment "Woyzeck",
im Lust- spiel-Charakter verfasst. Auf satirische Art und Weise klagt
der Autor die gesellschaftliche Nutzlosigkeit des Adels an und nimmt
dazu die deutsche Kleinststaaterei ins Visier. Es bleibt aber bei
der Anklage. Büchner geht nicht, wie z. B. in "Der Hessische
Landbote", wo er plakativ zum "Friede den Hütten - Krieg
den Palästen!" aufruft, weiter.
(Archiv)