Über
den Autor
- 1749-1832, deutscher Dichter und mein absoluter Lieblingsautor
-
studierte von 1765-68 Recht in Leipzig, beendete das Studium aber erst 1771
in Straßburg
- erste Veröffentlichungen bereits während
der Studien- zeit
- 1775 Ankunft in Weimar
- 1780 Ernennung zum Ge-
heimen Rat
- 1784 entdeckt Goethe den Zwischenkieferknochen
- 1786-88
erste italienische Reise, 1790 zweite Reise
nach Italien
- 1792-93
Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich und an der Belagerung von Mainz
-
1794 Beginn des Bündnisses mit Friedrich von Schiller
- 1797 "Balladenjahr"
-
diverse Frauenliebschaften während seiner gesamten Le- benszeit
Johann
Wolfgang von Goethe
Die Mitschuldigen
Drama
Dieses kleine, kurzweilige Lustspiel in drei Akten entstand in dieser
Form 1769. Am Ende des Vorjahres verfasste der 19-jährige Goethe
(1749-1832) dieses Stück als Einakter, überarbeitete es dann aber
komplett.
Sophie, die Tochter eines Wirts, war einst in Alcest,
einen jungen Adligen, verliebt, der sie dann aber verließ. Da sie 24
Jahre alt war und "Torschlusspanik" hatte, heiratete sie Söller, den sie
überhaupt nicht liebt und den sie zutiefst verachtet.
Nun ist Alcest wieder da. Und
Alcest begehrt sie. Obwohl auch sie noch Liebesgefühle für Alcest hat
und ihren Mann verabscheut, bleibt sie gegenüber dem Gast rein
platonisch. Da bekommt der junge Adlige einen Brief, der ein großes
Siegel trägt und auf feinstem Papier geschrieben ist. Nach der Lektüre
verkündet er, dass er abreisen müsse. Zu Sophie sagt er, dass sie die
Abreise verhindern könne, wenn sie ihn in der Nacht besuche. - Alcest
teilt den anderen mit, dass er auf ein Fest gehe. Söller, der an diesem
Abend zum Fastnachtsball wollte, ändert, aus Geldmangel, er muss
Spielschul- den begleichen, seine Pläne. Er beschließt in der Nacht bei
Alcest einzubrechen und ihn zu bestehlen. Und auch der Wirt will in
Alcests Zimmer. Er ist begierig auf den Brief. - Als Erster erscheint
Söller und stiehlt das Geld. Aber er hört je- manden kommen und flüchtet
in das Nebenzimmer. Da erscheint der Wirt. Seine Suche wird aber jäh
unterbrochen, als auch er etwas hört. Er ergreifr die Flucht. Sophie
kommt und findet den Stock ihres Vaters. Dann kehrt Alcest zurück, der
Sophie ja erwartete. Im Nebenzimmer lauscht derweil gespannt Sophies
Mann ...
Das Stück ist eine unterhaltsame Konstatierung der
Verlogenheit der damaligen Moral. Jeder täuscht jeden. Es ist aber nur
eine Bestandsaufnahme. Das Ende, wo jeder jeden vergibt, zeigt, dass der
junge Goethe dem nichts entgegenzuset- zen hatte. Noch nicht!
Dennoch ein sehr lesenswertes kleines Drama.
(Archiv)