Über
den Autor
- 1749-1832, deutscher Dichter und mein absoluter Lieblingsautor
-
studierte von 1765-68 Recht in Leipzig, beendete das Studium aber erst 1771
in Straßburg
- erste Veröffentlichungen bereits während
der Studien- zeit
- 1775 Ankunft in Weimar
- 1780 Ernennung zum Ge-
heimen Rat
- 1784 entdeckt Goethe den Zwischenkieferknochen
- 1786-88
erste italienische Reise, 1790 zweite Reise
nach Italien
- 1792-93
Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich und an der Belagerung von Mainz
-
1794 Beginn des Bündnisses mit Friedrich von Schiller
- 1797 "Balladenjahr"
-
diverse Frauenliebschaften während seiner gesamten Le- benszeit
Johann
Wolfgang von Goethe
Wilhelm Meisters Lehrjahre
Roman
"Schauspiele und Romanen eröffnen uns die glänzendsten Züge des
menschlichen Herzens; unsere Phantasie wird entzün- det; unser Herz bleibt
kalt; wenigstens ist die Glut, worein es auf diese Weise versetzt wird,
nur augenblicklich und er- friert fürs praktische Leben." (F. v.
Schiller, einleitender Satz der Erzählung "Eine großmütige Handlung")
So sehr dies sicher auf viele Schauspiele und Romane zutreffen
mag, bei diesem 1796 von Goethe fertig gestellten Ro- man traf dies bei
mir zumindest nicht zu.
Der Bildungs- und Entwicklungsroman
zeichnet die Suche des jungen Wilhelm Meister nach sich selbst und
seiner Be- stimmung im Leben nach. Aber er wird weder als der Held noch
als der Versager dargestellt. Er ist ein Mensch mit Ecken und Kanten,
ein Mensch der Irrungen und Wirrungen unterliegt und mit dessen
Verhalten man mal Sympathie empfindet und an anderer Stelle wieder das
Gegenteil.
Es ist ein Bildungs- und Entwicklungsroman im besten
Sinne. Zum einen bezogen auf die Bildung und Entwicklung des Wilhelm
Meister und zum anderen aber auch bezogen auf den Leser. Man, zumindest
erging es mir so, beginnt unwill- kürlich auch sein eigenes Leben und
seinen eigenen Weg zu reflektieren. Und auf diese Weise kommt es auch
zur Fort- bildung und Entwicklung des Lesers selbst.
Die Lektüre
fordert den Leser. Es ist kein Roman den man nebenbei lesen kann. Und es
ist auch kein Roman für Men- schen die nur leichte, seichte
Unterhaltungskost suchen. Wer aber bereit ist sich mit diesem
herausragenden Roman der Klassik auseinanderzusetzen, für denjenigen ist
er vielleicht, so wie für mich, ein unschätzbarer Gewinn.
(Archiv)