Über
den Autor
- 1749-1832, deutscher Dichter und mein absoluter Lieblingsautor
-
studierte von 1765-68 Recht in Leipzig, beendete das Studium aber erst 1771
in Straßburg
- erste Veröffentlichungen bereits während
der Studien- zeit
- 1775 Ankunft in Weimar
- 1780 Ernennung zum Ge-
heimen Rat
- 1784 entdeckt Goethe den Zwischenkieferknochen
- 1786-88
erste italienische Reise, 1790 zweite Reise
nach Italien
- 1792-93
Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich und an der Belagerung von Mainz
-
1794 Beginn des Bündnisses mit Friedrich von Schiller
- 1797 "Balladenjahr"
-
diverse Frauenliebschaften während seiner gesamten Le- benszeit
Johann
Wolfgang von Goethe
Die Wahlverwandtschaften
Roman
Wenn zwei Menschen besonders gut zueinander passen, so hört man öfters
auch Aussagen wie: "Da stimmt die Chemie" oder etwas in der Art.
Kann man chemische Gesetzmäßigkeiten tatsächlich auf die Beziehungen
zwischen Menschen übertragen? - Eduard und der Hauptmann Otto aus dem
Roman "Die Wahlverwandtschaften", erschienen 1809, geschrieben von
Goethe (1749- 1832), sind dieser Ansicht.
"'Denken Sie sich ein
A, das mit einem B innig verbunden ist [...] denken Sie sich ein C, das
sich zu einem D ebenso ver- hält; bringen Sie nun die beiden Paare in
Berührung: A wird sich zu D, C zu B werfen, ohne dass man sagen kann,
wer das andere zuerst verlassen, wer sich mit dem andern zuerst wieder
verbunden habe.'", erläutert der Hauptmann Charlot- te, der Ehefrau von
Eduard, im Kapi tel Vier des ersten Teils des Romans, das chemische
Prinzip der Wahlverwandt- schaften im übertragenden Sinne auf das
menschliche Zusammenleben.
Als vierte Person wird Ottilie, ein
Ziehkind von Charlotte, in die Runde geholt und siehe da: Eduard findet
Ottilie anzieh- end und verliebt sich in sie und der Hauptmann seinerseits
unterliegt den Anziehungskräften von Charlotte, die auf ihn wirken. -
Q.e.d. also?
Leider ist das Leben eben dann doch nicht so
leicht vorhersagbar wie die Chemie. So reibungslos wie alles angefangen
hat, geht es in dieser Liebesgeschichte dann nicht weiter. A, B, C und D
sind, außer in ihr privates Umfeld, auch in ge- sellschaftliche
Formationen eingebunden und haben moralische Werte, die sie nicht frank
und frei wirken lassen, wie sie wollen.
Ein sehr schön
geschriebener Liebes- und Eheroman in dem Goethe viel Wissen aus Chemie,
Physik und Technik sowie Betrachtungen zum Gesellschaftssystem in
Deutschland seiner Zeit einwebte..
(Archiv)