Über
den Autor
- 1749-1832, deutscher Dichter und mein absoluter Lieblingsautor
-
studierte von 1765-68 Recht in Leipzig, beendete das Studium aber erst 1771
in Straßburg
- erste Veröffentlichungen bereits während
der Studien- zeit
- 1775 Ankunft in Weimar
- 1780 Ernennung zum Ge-
heimen Rat
- 1784 entdeckt Goethe den Zwischenkieferknochen
- 1786-88
erste italienische Reise, 1790 zweite Reise
nach Italien
- 1792-93
Teilnahme am Feldzug gegen Frankreich und an der Belagerung von Mainz
-
1794 Beginn des Bündnisses mit Friedrich von Schiller
- 1797 "Balladenjahr"
-
diverse Frauenliebschaften während seiner gesamten Le- benszeit
Johann
Wolfgang von Goethe
Des Epimenides Erwachen
Drama
Die
Französische Revolution 1789 gab vielen Menschen, nicht nur in
Frankreich, Hoffnung, dass nun die Zeit der will- kürlichen Herrschaft
des Adels zu Ende geht und eine bessere, fortschrittlichere Epoche anbricht.
Auch Goethe und Schiller gehörten anfangs dazu. Diese Euphorie
verflog aber, besonders als die Jakobiner und später Napoleon
ihre dik- tatorische Macht ausübten. Napoleon überzog Europa
mit Krieg und Vernichtung, auch die deutschen Lande gehörten
dazu.
Epimenides ist ein Priester und Seher des 7. Jahrhunderts v.u.Z.
aus Kreta. Bekannt wurde er für seinen Ausspruch,
dass alle
Kreter Lügner seien. Ein Paradox angesichts dessen, dass dieser
Mann selbst Kreter war.
In Goethes Drama ist Epimenides dazu ein
fortschrittlich denkender Mensch, der das Beste für sein Volk will.. Zwei Ge-
nien
sagen aber ihm und dem Land fieberhafte, grauenvolle Zeiten voraus und fordern
Epimenides auf zu schlafen bis er wieder in besseren Tagen gefordert
und gebraucht wird. Anfangs wehrt er sich gegen diesen Gedanken,
läßt sich aber dann doch überzeugen.
Krieg bricht
aus. Der Dämon des Kriegs führt das Zepter. Die Dämonen
der List (Kardinal, Diplomat, Hofmann, Jurist
...) erweisen sich als unfähig das Unheil zu verhindern. Nachdem
der Dämon des Krieges sein Werk vollendet hat, regiert der Dämon
der Unterdrückung. Liebe und Glaube versuchen seiner Macht zu trotzen,
werden aber gnadenlos zu Boden geworfen und gefesselt. Nur gegen die
Hoffnung ist er machtlos. Der Hoffnung gelingt es, Glaube und Liebe
wieder auf- zurichten. Epimenides wird von den Genien geweckt und die
Einheit führt dann alle gemeinsam zum Sieg gegen den Dä- mon
der Unterdrückung.
Das Drama wurde 1815, ein Jahr nachdem
Napoleon abdanken musste, uraufgeführt. Das Stück ist im Stil
des antiken griechischen Theaters aufgebaut, sprachlich aber so gestaltet,
dass es gut lesbar ist. Es ist, auch wenn es von Ort und Zeit in die
Antike gelegt, eine sehr gut gestal- tete Allegorie auf die Ereignisse
Anfang des 19. Jahrhun- derts. - Leider trifft das, was Goethe in dem
Stück darstellt, auch auf Geschehnisse heute noch zu. Und daher
ist es auch immer noch als Lektüre sehr empfehlenswert.
(Archiv)