Über
den Autor
- 1797-1856, deutscher Autor
-
gilt als "Überwinder der Romantik", kam aus selbi- ger und
wurde zu einem
der führenden Dichter der Vormärz-Bewegung
-
wurde als Harry Heine geboren, stammt aus ei- nem jüdischen Elternhaus
-
das Lyzeum beendete er 1814 ohne Abschluss
- Ausbildung an einer Han-
delsschule, Vorbereitung auf einen kaufmännischen Beruf
- ab 1815
Tätigkeiten in Bankhäusern und daneben schriftstellerische Arbeit,
erste Veröffentlichungen
- ab 1819 Konzentration auf das Dichten
-
1819 begann er an Uni- versitäten Vorlesungen zu besuchen
- 1825
Promotion zum Dok- tor der Rechte, Übertritt zum Christentum
- aufgrund
der Zensur und Anfeindungen in Deutsch- land, siedelte er 1831 nach Paris
über
- ab 1832 Pariser Korres- pondent der "Augsburger Allgemeinen
Zeitung"
- 1833 Verbot in Preußen, 1835 Verbot für ganz
Deutschland bezüglich sei- ner Schriften
- 1848 körperlicher
Zusam- menbruch, wurde bettlä- gerig, behielt aber bis zu- letzt seine
geistige Schaf- fenskraft - da er zuletzt nicht mehr selber schrei- ben
konnte, diktierte er seine Gedanken
Heinrich
Heine
Die Nordsee
Reisebild
Heine (1797-1856) veröffentlichte dieses Reisebild-Epos, das sich in
drei Abteilungen gliedert, in zwei Teilen. Die erste Abteilung, 1825
geschrieben, erschien 1826 im ersten Teil der "Reisebilder", zusammen
mit "Die Harzreise" und die zweite und dritte Abteilung, die 1826
entstanden sind, 1827 in "Reisebilder. Zweiter Teil".
Auf dem
ersten Blick erscheint "Die Nordsee" als eine Wiedergabe von
Reisewahrnehmungen und daraus resultierenden Gefühlen des lyrischen und
epischen Ichs. Aber eben nur auf den ersten Blick. Es steckt weit mehr
in dieser Heine-Dich- tung. Die dargebotenen Naturbeschreibungen stehen
dabei neben den Reise-Geschehnisdarstellungen und den sagenum- wobenen
Gedanken sowie Anekdoten als Metaphern, Allegorien und Vergleiche für
die deutschen Verhältnisse jener
Zeit der Restauration nach dem Wiener
Kongress 1815. Heine nutzt diese sprachlichen Mittel, um so dem Rotstift
der preußischen Zensur ein Schnippchen zu schlagen und seine Gedanken
so unter das Volk zu bringen. Als Dichter des "jungen Deutschland" und
einer der progressivsten Autoren des Vormärz sind diese Gedanken
natürlich revolutionär ge- prägt und richten sich gegen den deutschen
Kleingeist und die altfeudalen Strukturen im zersplitterten Deutschland,
was den Herrschenden natürlich nicht in ihr Konzept passte.
Interessant ist auch der äußere Aufbau dieses Werkes, dessen Lektüre ich
unbedingt empfehlen kann. Während die erste und zweite Abteilung als
Gedichtzyklen gestaltet sind, ist die dritte Abteilung ein Prosatext in
Essayform. Den Abschluss dieser Dichtung bilden dann noch einmal Verse
über die "poetische Literatur" und wie sie vom Poeten genutzt wird resp.
genutzt werden könnte.
(Archiv)