Über
den Autor
- während des WK II gebo- rener, in den USA lebender, aus Lettland
stammender Autor
- wuchs, nach Leben in ver- schiedenen deutschen Vertrie-
benlagern in New York auf
- war auf Seiten der USA im Vietnam-Krieg
-
begann 1968 Laufbahn im Verlagswesen und inzwischen Verleger des unabhängigen
Soho-Press-Verlages in New York
Juris
Jurjevics
Der Trudeau Vektor
Science-Thriller
"Der
Trudeau Vektor", 2005 erschienen, ist ein intelligent gemachter
und spannender Science-Thriller.
Bei einem Außeneinsatz in
der arktischen Eiswüste kommen 4 Wissenschaftler der internationalen
Arktisstation Trudeau ums Leben. Drei der Toten weisen die gleichen
Merkmale auf: ihre Körper sind auf völlig unnatürliche
Weise verrenkt, die Lungen steinhart und die Augen völlig weiß,
leer gelaufen. Das vierte Opfer wurde in einiger Entfernung nackt und
erfroren aufgefunden. Eine fünfte Wissenschaftlerin, die ebenfalls
zu der Gruppe gehörte, wurde am Todestag planmäßig von
einen russischen U-Boot abgeholt. Es sollte nach hause, nach Russland
gehen. Aber dort kommt das U-Boot nicht an. Es sendete aus einem norwegischen
Fjord einen verschlüsselten SOS-Notruf an die russischen Militärbehörden
ab. Das U-Boot wird gefunden, alle 95 Besatzungsmitglieder sowie die
Wissenschaftlerin sind tot. Getötet auf dieselbe Art und Weise
wie die drei Opfer der Expedition.
Jessie Hanley, amerikanische Epidemologin,
spezialisiert auf solche Todesfälle, wird in die Station gebracht,
um den Tod der Wissenschaftler zu klären, die Todesursache zu finden.
Gleichzeitig schickt das russische Flottenkommando ein U-Boot mit dem
altgedienten Admiral Rudenko und einen Special-Agenten in Richtung Station.
Auch ihr Befehl: den Erreger finden.
Die Suche gestaltet sich aber
schwierig. Hanley ist, anders als sonst, wo sie ein Spezial-Team bei
sich hat, auf sich ge- stellt, hat nur Unterstützung von wenigen
Mitarbeitern der Station Trudeau. Sie muss unter Extrembedingungen schnell
den Vektor finden, denn die ganze Station, zu der einige hundert Menschen
gehören, ist in Gefahr. Dies wird ihr spätes- tens klar, als
weitere Todesfälle in der Station selber auftreten. - Handelt es
sich um einen anorganischen Stoff als To- desursache? ZB ein Gas oder
Gift? Ist es ein natürlicher biologischer Erreger, ein Bakterium
oder ein Virus? Oder ist es gar möglich, dass in der Station Biowaffen
hergestellt wurden?
Die Handlung ist spannend. Gut und flüssig
lesbar geschrieben. Allerdings: es ist mehr als ein rein unterhaltsamer
Thriller. Jurjevics hat sehr viel Fach- und Hintergrundwissen vor allem
aus den Bereichen Biologie und Arktis-Forschung einge- baut. Dieses
wird meistensteils auch erläutert. Der Leser sollte aber dennoch
auch ein bisschen Grundkenntnisse biolo- gischer Art haben und auch
ein Faible für dieses Gebiet.
Negativ fiel mir auf, dass der
Autor den Kalten Krieg noch einmal reaktiviert, um seiner Handlung einen
besonderen
Kick zu geben. Aus meiner Sicht völlig überflüssiger
Weise, denn er hätte auch ohne diesen Einbau die Geschichte ge-
nauso spannend inszenieren können. Aber hierbei spielen, so mein
Eindruck, persönliche Animositäten des in den USA lebenden,
aus Lettland stammenden Autors eine Rolle.
(4.08.2010)