Über
die Autorin
- geb. 1919, britische Schriftstellerin
-
Vater war Kolonialoffizier, Familie lebte seit 1925 in Südrhodesien
(heute Sim- babwe)
- brach mit 14 die Schule ab
- 1939 heiratete sie
zum ersten Mal, Scheidung ein paar Jahre später
- 1945 zweite Heirat,
die Schwester ihres Mannes
ist die Mutter von Gregor Gysi (DIE LINKE),
Schei- dung 1949
- 1950 Übersiedelung nach Großbritannien,
erster Ro- man
- 2007 Literatur-Nobelpreis
Doris
Lessing
Martha
Quest
Roman
"Martha Quest" ist das erste Buch des fünfbändigen Romanzyklus "Kinder
der Gewalt" (1952-1969) der 2007er Lite- ratur-Nobelpreis-Trägerin Doris
Lessing (geb. 1919).
Die Quests bewirtschaften eine Farm in der
britischen Kolonie Süd-Rhodesien (dem heutigen Simbabwe). Sie kamen
Anfang der 1930er Jahre in die Kolonie, um sich ein wenig Wohlstand
aufzubauen. Der Erfolg blieb aber aus. Hinter einer illusionären Fassade
herrscht "malerische Armut". Martha fühlt sich eingeengt und angeekelt
von ihrem Lebensum- feld, von der Rolle, in die sie gepresst werden soll
und den konservativen, rassistischen und vom Snobismus geprägten
Ansichten der Menschen um sie herum, insbesondere ihrer Mutter.
17-jährig verlässt sie Ende 1938 die Farm und geht
in die Stadt, wo sie
ein neues Leben beginnen will. Schnell stößt sie aber an ihre Grenzen.
Im Job merkt sie, wie wenig Fähigkeiten sie tatsächlich hat. Sie besucht
zwar das Polytechnikum, aber ihr Interesse für Spaß und Partys ist
größer.
Sie stellt ihre eigenen progressiven linken Ansichten zurück,
unterwirft sich der Jugend-Subkultur und akzeptiert sogar dabei
reaktionäre Ansichten - nur um dazu zu gehören. Immer wieder will sie
raus aus diesem Trott, aber es gelingt ihr nicht über ihren Schatten zu
springen. --- Dann begegnet ihr Douglas Knowell ...
Doris
Lessing ist eine herausragende Erzählerin. Emotional fesselnd beschreibt
sie präzise und ausdrucksstark intensiv Landschaften, Begebenheiten,
Menschen, sodass ein realistisches Bild beim Leser als Kulisse entsteht.
Da dieser lesens- werte Roman in sich geschlossen gestaltet ist, kann man
diesen auch als Einzel-Roman lesen. Aber: am Ende angekom- men, will man
sicher wissen, wie es mit dieser rebellischen jungen Frau auf der Suche
nach einem sinnerfülltem Leben weitergeht und greift deshalb zum zweiten
Band.
(Archiv)