Über
den Autor:
- 1875-1955, deutscher Autor
- Sohn einer reichen lübecker
Kaufmannsfamilie, Vater war Senator der Stadt, Thomas ist der Bruder von
Heinrich Mann
- 1894 erscheint sein Erstling, die Novelle "Gefallen"
-
engagierte sich auch immer politisch
- Sommer 1933: nach einer Lesereise
durch Frankreich, kehrte er, nachdem er von seinen Klaus gewarnt wurde,
nicht mehr nach Deutschland zurück
- kehrte auch nach Kriegsende
nicht mehr nach Deutschland heim, sondern lebte dann in der Schweiz
Thomas
Mann
Mario und der Zauberer
Erzählung
Im Mittelpunkt dieser
Erzählung, die 1930 erschien, steht der machtgierige Krüppel
Cipolla, der als fahrender Virtuose, Unterhaltungskünstler und Illusionist
durch's Land zieht. So macht er auch Station in dem italienischen
Badeort Torre di Venere, wo der Erzähler, der aus Deutsch- land stammt,
von dem aber ansonsten kaum etwas persönliches in der Er- zählung
auftaucht, mit seiner Familie ge- rade seinen Urlaub verbringt. - Sie
erleben mit, wie ein- fach es ist Menschen dazu zu bringen, Dinge zu tun,
die sie eigentlich gar nicht wollen und bei klaren Verstand ablehnen
würden. Cipolla greift auf Menschen einlullende psychologische
Tricks und Hypnose zurück und kann so sein Publikum nach Gutdünken
benut- zen. Die Zuschauer werden zur willenlosen Sache - sie werden
völlig entmensch- licht. Erst der Kellner Mario kann das willenlose-Men-
schen-erzeugende Blendwerk zerstören, nachdem er selbst Opfer
des Blenders wurde. Leider gelingt diese befreiende
Tat nur durch Gewaltanwendung gegen den Blender. Aber diese Gewaltanwendung
war der einzige Ausweg aus der Gewalt, die ein Einzelner gegen die Gesellschaft einsetzte, um sie zu missbrauchen.
Diese beeindruckende
Erzählung von Thomas Mann (1875-1955) ist eine hervorragende Parabel
auf den bereits in Ita- lien regierenden Faschisten Mussolini und dem
in Deutschland zunehmend an Einfluss gewinnenden Hitler.
Der
Aufstieg des Faschismus und damit die Katastrophe, die etwa 60 Millionen
Menschen das Leben kostete, war aber leider nicht mehr zu verhindern.
Auch
heutzutage
ist diese Erzählung lesens- und empfehlenswert - gibt es auch
heute nach wie vor populistische Dema- gogen, politische Geisterfahrer
und machtbessesene Menschenverführer, die mit den gleichen Methoden
wie Cipolla, Mussolini oder Hitler versuchen andere für ihre niederen
Interessen zu gewinnen und zu missbrauchen..
(Archiv)