Über
den Autor
- 1759-1805, deutscher Autor
-
1773 (!), also mit vier- zehn Jahren, Beginn eines Jurastudiums
- 1775
Wechsel in die Fachrichtung Medizin
- 1779 verläßt er die
Aka- demie und erhält, nach Dis- sertation, 1780 den Grad Militärarzt
-
1781 erscheint "Die Räuber"
- das Drama wird von der Zensur
als aufrührerisch angesehen, Schiller muss 1782 deshalb aus Stutt-
gart fliehen
- 1787 reist er erstmalig nach Weimar und bleibt dann letztlich
auch dort
- schwere Erkrankung im Februar 1805, von der er sich nicht
mehr wieder erholte
- gilt als der bedeutendste deutsche Dramatiker
Friedrich
von Schiller
Der Verbrecher
aus verlorener Ehre
Erzählung
Schiller (1759-1805) ist vor allem als Autor bekannt für sein Schaffen
als Dramatiker und Lyriker. Aber auch einige Er- zählungen gehören zu
seiner literarischen Hinterlassenschaft. So z. B. "Der Verbrecher aus
verlorener Ehre", 1785 von Schiller niedergeschrieben.
Die Erzählung basiert auf die wahre Lebensgeschichte Friedrich Schwans, der 1729 geboren, 1760 hingerichtet wurde.
Ein junger Mann, Sohn und Nachfolger des Sonnenwirts, der in
seinem Äußeren von der Natur nicht gerade begünstigt wurde und dafür
schon in frühester Kindheit Ablehnung von allen Seiten erfährt, verliebt
sich in ein schönes Mädchen, dessen Gunst er dadurch versucht zu
behalten, indem er ihr Geschenke macht. Um diese zu finanzieren wird er
zum Wilddieb. Dummerweise ist einer der Nebenbuhler Jagdgehilfe und
daran interessiert seinen Konkurrenten loszuwerden. Deshalb lauert er
ihn auf und erwischt ihn beim Wildern. Der Sonnenwirt wird vor Gericht
gestellt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Aber weniger die Strafe
trifft ihn, denn diese kann er aus seinen finanziellen Rücklagen als
"Sonnenwirt" beglei- chen, sondern vielmehr die Stigmatisierung durch die
Verurteilung und die daraus folgende Ablehnung durch die ihn um- gebende
Gemeinschaft. Sein verlorener Status zwingt ihn zu einem Leben als
Ausgestoßener, der schlieslich zum Mörder wird.
Schiller
rechtfertigt nicht die Straftaten des Sonnenwirtes, aber er plädiert
dafür, dass man die Ursachen, die aus diesen Menschen einen Mörder
machten, mit berücksichtigt. Dies tat nämlich die damalige Justiz nicht.
--- Und auch wir heute tun dies oft leider immer noch nicht.
(Archiv)