Über
den Autor
- 1759-1805, deutscher Autor
-
1773 (!), also mit vier- zehn Jahren, Beginn eines Jurastudiums
- 1775
Wechsel in die Fachrichtung Medizin
- 1779 verläßt er die
Aka- demie und erhält, nach Dis- sertation, 1780 den Grad Militärarzt
-
1781 erscheint "Die Räuber"
- das Drama wird von der Zensur
als aufrührerisch angesehen, Schiller muss 1782 deshalb aus Stutt-
gart fliehen
- 1787 reist er erstmalig nach Weimar und bleibt dann letztlich
auch dort
- schwere Erkrankung im Februar 1805, von der er sich nicht
mehr wieder erholte
- gilt als der bedeutendste deutsche Dramatiker
Friedrich
von Schiller
Wallenstein
Drama-Trilogie
Schiller (1759-1805) schrieb über den historischen Wallenstein
(1583-1634) in seiner "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" (1791):
"Wallenstein fiel nicht, weil er rebellierte, sondern er rebellierte,
weil er fiel." und 1796 in einem Brief an Wilhelm von Humboldt: "Er hat
nichts Edles, er scheint in keinem einzelnen Lebens-Akt groß; er hat
wenig Würde ..." - Dennoch schrieb Schiller über diesen Mann ein
dreiteiliges Dramen-Werk.
Der Schiller'sche Wallenstein geht
über den historischen hinaus. Das Individuum, der geschichtliche
Wallenstein, wird als poetische Person zur Symbolfigur, die die
Philosophie des Dichters den Menschen näherbringen soll. Diese
Philosophie ist geprägt von Kant. Schiller vertritt die Position:
"Entweder ist er [der Mensch] der Natur als Macht überlegen, oder er ist
einstimmig mit derselben." ("Über das Erhabene", 1801) und diese
Auffassung verkörpert der Wallenstein der Dra- men-Trilogie, welche
1798/99 ihre ersten Aufführungen erlebte, auf eindrucksvolle und
überzeugende Art und Weise.
Gegen Wallenstein wird intrigiert,
weil er einigen am Hofe und in der Armee zu mächtig geworden ist und er
statt uner- bittich Krieg zu führen, versucht Frieden zu stiften. Zu groß
ist das Interesse seiner Gegner, den Krieg am Leben zu er- halten. Die
Bemühungen Wallensteins werden zum Verrat uminterpretiert, woraufhin er
vom Kaiser geächtet wird, ob- wohl er selbst dem Kaiser gegenüber immer
loyal blieb und sich im Sinne der deutschen Nation handeln sah.
Allerdings: Im Geheimen und ohne Rücksprache mit dem Kaiser. Dies wird
sein Verhängnis. Durch die Intrigen gegen ihn wird er letztlich zum
Verrat gezwungen.
(Archiv)