Über
den Autor
- 1759-1805, deutscher Autor
-
1773 (!), also mit vier- zehn Jahren, Beginn eines Jurastudiums
- 1775
Wechsel in die Fachrichtung Medizin
- 1779 verläßt er die
Aka- demie und erhält, nach Dis- sertation, 1780 den Grad Militärarzt
-
1781 erscheint "Die Räuber"
- das Drama wird von der Zensur
als aufrührerisch angesehen, Schiller muss 1782 deshalb aus Stutt-
gart fliehen
- 1787 reist er erstmalig nach Weimar und bleibt dann letztlich
auch dort
- schwere Erkrankung im Februar 1805, von der er sich nicht
mehr wieder erholte
- gilt als der bedeutendste deutsche Dramatiker
Friedrich
von Schiller
Wilhelm
Tell
Drama
Das Drama, 1803/1804 entstanden, spielt vor dem historischen Hintergrund
der schweizer Freiheitsbewegung gegen die Habsburger Monarchie, während
der Herrschaft Albrecht I. (1298-1308).
In Unterwalden, Schwyz
und Uri drangsalieren die Herrscher mit brutaler Gewalt und Willkür das
Volk. Für kleinste Vergehen gibt es härteste und brutalste Strafen. Als
Konrad Baumgarten den Burgvogt von Unterwalden erschlägt, weil dieser
seine Frau schänden wollte, verhilft Tell, ein frommer und
freiheitsliebender Bergjäger, der gegen Unrecht und Willkür eintritt,
ihm zur Flucht. Auch in Schwyz und Uri treten die Vögte dem Volk mit
größter Brutalität gegenüber. Unter dieser Last formiert sich eine
Widerstandsbewegung gegen die eigene Obrigkeit und gegen die Habsburger,
die zunehmend versuchen, die unabhängigen schweizer Gebiete ihrem
Herrschaftsgebiet einzuverleiben. Tell beteiligt sich nicht. Er ist der
Ansicht:
"Die Schlange sticht nicht ungereizt. | Sie werden
endlich doch von selbst ermüden, | Wenn sie die Lande ruhig bleiben
sehn." - Kurz darauf wird Tell selbst Opfer der Willkür, als er den Hut
des Vogtes von Uri, der auf dem Marktplatz auf einem Stock aufgestellt
ist, nicht seine Referenz erweist ...
Schiller (1759-1805)
stellt in diesem Drama die Freiheitsrechte des Menschen in den
Mittelpunkt und räumt auch Men- schen, die unter Willkür, Gewalt und
Unterdrückung leiden, ein Widerstandsrecht ein. Gleichzeitig spricht er
sich aber dabei für die Verhältnismäßigkeit der Mittel aus. Insbesondere
letzteres widerspiegelt seine Position zur französischen Revolution von
1789, der er anfangs positiv gegenübersteht, jedoch dann von der
brutalen Gewalt der Revolutionäre schockiert ist.
(Archiv)