Über
den Autor
- 1564-1616, britischer Autor
- war Schauspieler, Stücke- schreiber
und Theaterunter- nehmer
William
Shakespeare
Der Widerspenstigen Zähmung
Drama
Bei der Lektüre von klassischer Literatur muss man immer auch den
Kontext beachten, in dem diese entstand. Oftmals kann man derartige
Stoffe nicht richtig verstehen, wenn man nicht die Rahmenbedingungen der
Zeit kennt, in der der Autor lebte und wirkte. So auch bei der Komödie
"Der Widerspenstigen Zähmung" (1594) von William Shakespeare
(1564-1616). Obwohl England in jener Zeit von einer Frau regiert wurde,
Königin Elisabeth I., war das Frauenbild jener Zeit davon geprägt, dass
die Frau sich dem Mann unterwirft, ihm dient und neben ihm ein
Schattendasein führt. Von die- sem Frauenbild ist auch dieses Stück, als
Spiegel seiner Zeit, geprägt.
Baptista, ein reicher Edelmann
aus Padua, hat zwei Töchter. Die jüngere, Bianka, hat wegen ihrer
Schönheit und ihrem Liebreiz viele Verehrer, die sie auch liebend gern
heiraten würden. Die ältere, Katharina, hingegen ist zickig und will
par- tout sich nicht einem Manne unterordnen, weswegen der Vater
befürchtet, dass er sie nicht verheiratet bekommt. Des- halb hat er
beschlossen: Erst wenn Katharina verheiratet ist, dann darf auch Bianka
geehelicht werden. Biankas Freier gehen auf die Suche nach einem Mann
für die Widerspenstige und finden in Petruchio, einem Edelmann aus
Verona, der eine gute Partie sucht, den Richtigen. Er heiratet Katharina
und indem er genauso zickig sich seiner Frau gegenüber ver- hält, wird
sie mit der Zeit zu einer "zahmen, gefügsamen und sich unterwürfig
verhaltenden Gemahlin", die diese Verhal- tensweise aber nutzt, um so
wiederum ihre Interessen bei ihrem Mann durchzusetzen. .
Unter Berücksichtigung des historischen Rahmens ist dieses unterhaltsame und gut lesbare Stück eine Lektüre wert.
(Archiv)