Über
die Autoren
- schwedisches Autorenteam von Kriminalromanen
- Maj Sjöwall,
schwedische Schriftstellerin, geb. 1935
- sie studierte Journalismus
-
lernte 1961 Per Wahlöö kennen, den sie 1962 heiratete
- Per
Wahlöö, 1926-1975, studierte Geschichte und arbeitete anschließend
als Journalist
- beide sind bekennende Marxisten
Maj
Sjöwall / Per Wahlöö
Der Mann,
der sich in Luft auflöste
Kriminalroman
"Der
Mann, der sich in Luft auflöste", erschienen 1966 im schwedischen
Original, ist der zweite Kriminalroman aus der Martin-Beck-Reihe. Auch
wenn es sich um eine Serie handelt, ist dieser Roman auch einzeln lesbar
und verständlich. Es ist also nicht notwendig den ersten Teil "Die
Tote im Göta-Kanal" gelesen zu haben. (Was aber ein entgangenes
Lese- vergnügen wäre, denn "Die Tote im Göta-Kanal"
ist ebenfalls ein sehr guter Krimi.)
Diesmal muss Martin Beck, Erster
Kriminalassistent einer schwedischen Polizei-Sondereinheit, auf seinen
Urlaub ver- zichten. Das schwedische Außenministerium wendet sich
an die Polizei, da ein bekannter schwedischer Journalist ver- schwunden
ist. Verschwunden in der Ungarischen Volksreuiblik. Der Journalist war
dorthin gereist, um einen Boxer zu interviewen und eine Reportage zu
erstellen, doch einen Tag nach seiner Ankunft verschwand er. Spurlos.
- Martin Beck soll ihn finden. Wiederfinden in Ungarn.
Der schwedische
Polizist reist in das sozialistische Ostblockland, natürlich ohne
offiziellen Auftrag und ohne Befugnisse. Begibt sich auf die Suche.
Aber seine Spuren sind sehr dürftig und offiziell ist er nur Tourist.
Dennoch wird die ungari- sche Polizei schnell auf ihn aufmerksam. Major
Szluska, der Beck anfangs beschattet, stellt sich ihm vor und will wissen,
was Becks Auftrag ist. Beck erklärt sich. Szluska und Beck stehen
nun in direkten Kontakt, eine Beschattung also überflüssig.
Dennoch hat Martin beck weiter das Gefühl, dass er ständig
beobachtet wird. Szluska versichert, dass es nicht die ungarische Polizei
ist. Aber wer ist es dann, der hinter ihm her ist? Und weswegen?
Ein
spannender Krimi des schwedischen Autorenehepaares Maj Sjöwall
(geb. 1935) und Per Wahlöö (1926-1975).
Besonders interessant
an diesem Roman fand ich die Darstellung der unterschiedlichen Gesellschaftssysteme
und hierbei auch die sich daraus ergebenden Schwerpunkte bei der Polizeiarbeit.
Als wohltuend empfand ich, dass trotz des heiklen Themas, dass ein Bürger
eines kapitalistischen Staates in einem Ostblock-Land verschwindet,
dieser Roman in keinster Weise ein Kalter-Krieg-Roman geworden ist.
Die Darstellungen erfolgen völlig sachlich und konkret auf den
Fall be- zogen.
Der Krimi ist umgangssprachlich geschrieben und dadurch
sehr leicht und flüssig lesbar. Bedenken muss man, dass die- ses
Buch vor über vierzig Jahren geschrieben wurde. Es gibt also keine
Hightech-Superermittlungsmethoden, keine Computer, keine Handys, keine
Kopierer und natürlich auch keine Internetverbindungen usw. Die
Ermittlungsarbeiten gestalten sich völlig anders als in heutigen
Krimis. - Ich mag diese kriminalistische Handwerksarbeit immer sehr.
Und ich kann diesen Krimi nur empfehlen.
(5.08.2010)