Über
den Autor
- 1773-1853, deutscher Autor
der
Romantik
-
Ludwig
Tieck
Des Lebens
Überfluss
Novelle
Die Novelle "Des Lebens Überfluss" erschien 1839.
Ein junges Paar, sie aus gehobenen Verhältnissen stammend und er aus
dem diplomatischen Dienst, kommen wegen ih- rer nicht standesgemäßen Liebe
in eine Notlage und sind gezwungen ein Leben in Armut zu führen. Sie
engagieren sich mit ihrer misslichen Lage und sind glücklich, weil sie
aneinander genug haben. Dass Essen, Trinken und Holz zum Heizen fehlen
stört sie nicht. Ihre Liebe zueinander macht für sie diese Dinge
entbehrlich. Sie leben von Tag zu Tag und setzen ihr Vertrauen in
"Gott", dass es schon irgendwie weitergehen wird. Und natürlich kommt am
Ende der Geschichte auch ein Wunder zustande, dass die beiden Liebenden
belohnt und ihnen künftig ein Leben in Wohlstand wieder möglich macht.
Armut und Not werden hier romantisierend verklärt. Er suggeriert: Armut ist gar nicht so schlimm. ---
Zeitbezogen, auf die Erscheinungsepoche, ist diese Novelle eine
verharmlosende Farce, wenn man die Zustände in Deutschland jener Zeit
betrachtet. Es ist der krasse Gegensatz zu den aufklärenden und
zeitkritischen Vormärz-Dichtungen, wie jenen von Heinrich Heine
oder Georg Büchner.
Trotz aller Kritik: lesenswert dennoch, wenn man mal etwas Leichtes und Unterhaltsames zwischendurch lesen möchte.
(Archiv)