Über
die Autorin:
- 1929-2011, deutsche Autorin
- kam 1945 als Flüchtling
aus den ehemals von Deutschland besetzten polnischen Gebieten in die sowj.
Besatzungszone
- 1949 Abitur
- 1949 bis 1953 Germanistik- Studium
-
arbeitet danach als wissen- schaftl. MA beim Schriftstell- erverband
-
1955-1977 Vorstandsmit- glied des Verbandes
- 1961 erste schriftstellerische
Veröffentlichung - Moskauer Novelle
- Ausscluss aus dem Schrift-
stellerverband, weil sie die Ausweisung Biermanns kri- tisch sah
Christa
Wolf
Der geteilte Himmel
Roman
1959 zog Christa Wolf (geb. 1929) mit ihrer Familie nach Halle (Saale).
Dort begann sie, entsprechend der Leitlinie der Kulturpolitik, die den
sozialistischen Realismus als literarische Form sah, wo das Leben von
Angehörigen der Arbeiter- klasse im Mittelpunkt stehen sollte, ein
Praktikum in einer Brigade im Waggonbauwerk Ammendorf. Hier entstand
auch 1961, aus ihrem Erleben heraus, die erste Idee zu einer Erzählung -
einer Dreiecksbeziehung zwischen einem Chemiker, einem jungen Brigadier
und einer jungen Frau, die vom Dorf in die Stadt und dessen Brigade
kam. Aber es fehlte etwas, was als besonderes Moment dem Ganzen eine
tragfähige Basis gab, damit es eine interessante Erzählung wird. Der
ergab sich ein halbes Jahr später - am 13. August - mit dem Bau der
Mauer.
Rita erwacht im Krankenhaus, nachdem sie dem Tod durch
einen Zufall knapp entkommen ist. Körperlich wird sie schnell gesund,
aber seelisch ist sie aus dem Gleichgewicht. - Zwei Jahre zuvor lernte
sie in ihrem Dorf den Chemiker Manfred kennen. Kurz darauf beginnt sie
ein Studium am Lehrerinstitut und zieht zu ihm nach Halle (Saale), wo
sie ein Praktikum im Waggonbauwerk beginnt. Manfred und Rita lieben
sich, das steht außer Frage. Aber immer mehr kommen auch divergierende
Ansichten zum Leben und insbesondere zum Leben in der DDR auf, die aber
nicht ausdiskutiert wer- den. Der aus dem Kleinbürgertum stammende Manfred
hat mehr seine persönlichen Erfolge im Blick, statt die der
Ge- sellschaft und damit aller. Unzufrieden mit seinem Leben in der DDR
kehrt er von einer Konferenz aus Berlin-West nicht mehr zurück. Drei
Monate später reist Rita ihm nach. Aber als sie Berlin-West und den
"neuen, befreiten" Manfred er- lebt, trifft sie die Entscheidung in die
DDR zurückzukehren. Eine Woche später ist der 13. August 1961.
In reflektierenden Episoden arbeitet Rita die vergangenen zwei Jahre
mosaiksteinchenartig auf. - Eine spannende Erzäh- lung über die
Metamorphose einer Trennung, die im Jahre 1963 zum ersten Mal
veröffentlicht wurde.
(Archiv)